Johannes, Coco, Toby, Alex und Joe saßen an einem späten Herbstabend im Jahr 2022 an einem Tisch, als sie feststellten, dass sie die richtige Kombination von Instrumenten waren, um Schuberts Streichquintett zu spielen – zweifellos eines der größten Werke der Kammermusik – und so war das Ensemble Textura geboren.

Jedes Mitglied hat einen ganz persönlichen Weg als Musiker zurückgelegt, dabei waren alle auch erfolgreich bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Kennengelernt haben sie sich über den gemeinsamen Studienort: die Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. In den letzten Jahren sind sie außerdem in weltweit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem DSO und der Akademie für Alte Musik Berlin als Akademisten und Gastmusiker anzutreffen.

Als experimentelles Streichquintett kuratieren sie weiterhin eine Vielzahl von Projekten mit dem Ziel, sowohl etablierte Werke aus dem Kanon der Kammermusik mit Liebe zum Detail und einem frischen Blick zu interpretieren, als auch über den Tellerrand des Standardrepertoires hinauszuschauen. In Berlin haben sie sich bereits einen Schatz an Spielstätten abseits der ausgetretenen Pfade erschlossen, darunter viele Kunstgalerien wie die Galerie Kremers, das Kewenig Warehouse, die Galeria Plan B und die James-Simon-Galerie. Weitere Konzerte spielten sie in der Berliner Philharmonie und im Piano Salon Christophori.


Von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert, erlangte die japanische Geigerin Coco Tomita erstmals Bekanntheit durch ihren Sieg beim BBC Young Musician 2020 in der Kategorie Streicher. Anschließend wurde sie eingeladen, ihr Debütalbum „Origins“ bei Orchid Classics aufzunehmen. Das Album erhielt begeisterte Kritiken unter anderem von The Strad, Gramophone Magazine, BBC Music Magazine und The Guardian und wurde im April 2022 von Apple zum „Album des Monats“ gekürt. Seitdem verzeichnet Coco allein auf Apple Music über 5,5 Millionen Streams und veröffentlicht im September 2024 ihr Nachfolgealbum „Echoes“. In der vergangenen Saison gab Coco ihr Debüt beim Harrogate International Festival, in der St George’s Hall in Bristol und an der Dubai Opera. Die in London und Berlin lebende Künstlerin absolvierte kürzlich eine erfolgreiche Debüttournee durch Japan. Höhepunkte dieser Tournee waren ihr Konzertdebüt mit dem Nagoya Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Masahiko Enkoji und mit dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra unter der Leitung von John Axelrod in der Suntory Hall. Sie trat außerdem als Solistin mit den London Mozart Players, der Philharmonie Baden-Baden und der Bath Philharmonia auf. Seit 2021 studiert sie bei Professorin Kolja Blacher an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

Foto: Amanda Kuo

Johannes Ascher wurde 1998 in Tuttlingen geboren. Von 2018 bis 2025 studierte er Violine an der HfM Hanns Eisler Berlin bei Prof. Ulf Wallin, seit 2025 Barockvioline an der UdK in Berlin bei Prof. Mayumi Hirasaki. Meisterkurse besuchte er unter anderen bei Mauricio Fuks, Ana Chumachenco, Gunhild Ott und Boris Kusnezow. Während seiner Schulzeit erspielte er sich zahlreiche Preise bei „Jugend musiziert“ als Flötist und Geiger, zuletzt 2016 einen 1. Bundespreis mit Höchstpunktzahl in der Kategorie „Violine solo“, verbunden mit einem Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben und dem Sonderpreis der Freunde junger Musiker München. Seine Leidenschaft für Kammermusik führt ihn sowohl zu zahlreichen Projekten in verschiedenen Besetzungen, als auch zu renommierten Festivals. So spielte er bei den Ludwigsburger Festspielen, den Starnberger Musiktagen, dem Rottweil Musikfestival Sommersprossen, sowie als Akademist beim Zermatt Music Festival. Durch die Barockkurse mit Bernhard Forck und Raphael Alpermann an der HfM Berlin entdeckte er seine Begeisterung für die historische Aufführungspraxis von Alter Musik. Wichtige Impulse dazu bekam er von Veronika Skuplik beim Meisterkurs des Europäischen Hanse-Ensembles, der Ensembleakademie des Freiburger Barockorchesters, dem Bremen Musikfest Atelier mit Vox Luminis und Giovanni Antonini. Er ist in verschiedenen Ensembles zu hören, die sich auf Alte Musik spezialisieren, unter anderem bei der Akademie für Alte Musik Berlin.

Foto: Jann Wilken

Toby Cook tritt international als Kammermusiker und Solist auf, zuletzt unter anderem am Kings Place London, in der Elbphilharmonie Hamburg und der Philharmonie Berlin. Er ist Gewinner des Małopolska-Wettbewerbs, des Barbirolli-Preises beim „Lionel Tertis International Viola Competition“ und des Len Lickorish Memorial Prize beim „Royal Overseas League International Strings Competition“. Tobys Lehrer waren unter anderem Lawrence Power an der Zürcher Hochschule der Künste, Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sowie Juan-Miguel Hernandez und Garfield Jackson an der Royal Academy of Music in London, wo er in den Abteilungen Primary und Junior Royal Academy bei Jacky Woods und Clare Thompson begann. Neben seinem Studium hatte er das Vergnügen, Meisterkurse bei anerkannten Künstlern wie Ettore Causa, Pekka Kuusisto und Nobuko Imai zu erhalten. Im den letzten Jahren hat er auch die Gelegenheit, mit den Komponisten wie Garth Knox, Vasilis Alevizos und Thomas Jones an deren neuen Werken zusammenzuarbeiten, die er in London und beim Agora Music Festival in Luxemburg aufführte. Als begeisterter Kammermusiker trat mit Musikern der Berliner Philharmoniker und dem Klarinettisten Matthew Hunt beim HellensMusic Festival, mit Tabea Zimmermann in der Laeiszhalle Hamburg, mit Gary Hoffman und Antje Weithaas bei „Chamber Music Connects the World“ der Kronberg Academy, mit Claudio Martínez Mehner und Christoph Poppen in Santander und mit Mitgliedern des ARC- Ensembles beim Music of Exile Festival in Toronto, Kanada auf. Er hat auch mehrmals an der ‘Open Chamber Music Seminar’ in Prussia Cove, Cornwall teilgenommen. Toby ist auch ein leidenschaftlicher Pädagoge und ist Mitglied der European String Teachers‘ Association, mit der er auf Konferenzen im Europäischen Parlament in Straßburg und in Valletta, der Kulturhauptstadt Europas 2018, auftrat.

Foto: Inis Oirr Asano

Alexander Wollheim (*2000 in Berlin) erhielt seinen ersten Cellounterricht bei Wayne Foster-Smith. Von 2017 bis 2022 studierte er in der Klasse von Danjulo Ishizaka an der Universität der Künste Berlin, seit 2022 studiert er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Nicolas Altstaedt und Troels Svane. Seit 2025 setzt er sein Studium ebenda im Konzertexamen fort. Zur Ergänzung seiner musikalischen Ausbildung besuchte Alexander Meisterkurse von Wolfgang Emanuel Schmidt, Gustav Rivinius, Jens Peter Maintz und Maximilian Hornung. Außerdem erhielt er wichtige Impulse im Kammermusikunterricht bei Persönlichkeiten wie Tabea Zimmermann, Eberhard Feltz und den Mitgliedern des Artemis-Quartetts. Alexander ist leidenschaftlicher Kammermusiker und tritt als Teil des Ensemble Textura, des Trio Aeonas und des 2Cities Celloquartetts auf. Im Dezember 2022 spielte er mit dem Geiger Ulf Wallin Kammermusik des schwedischen Komponisten Allan Pettersson für das Label BIS ein. Im Oktober 2019 teilte Alexander beim XIV. Gabrielli-Wettbewerb an der UdK Berlin den zweiten Preis mit Benjamin Kruithof. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2023 erhielt er ein Stipendium sowie einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben. Seit 2019 wird Alexander von Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin e.V. gefördert. Von 2021 bis 2023 war er Stipendiat der Ferenc-Fricsay-Akademie des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, danach von 2023 bis 2025 Mitglied der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Alexander spielt ein Cello von Stefan-Peter Greiner aus dem Jahr 2019.

Foto: Peter Adamik

Der britische Cellist Joe Pritchard begann seine Ausbildung an der Wells Cathedral School und der Yehudi Menuhin School. Als ehemaliger Finalist in der Streicher-Kategorie des BBC Young Musician wurde er mit dem Raphael-Sommer-Stipendium, dem Elias Fawcett Prize im Royal Over-Seas League Wettbewerb sowie dem ersten Preis beim Two Moors Festival ausgezeichnet und erhielt eine besondere Anerkennung beim Pau Casals Award 2020. Joe war Solocellist des National Youth Orchestra of Great Britain und trat als Kammermusiker in Sälen wie der Wigmore Hall, King’s Place, der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg und dem Concertgebouw Amsterdam auf. Er nahm an Meisterkursen der Gstaad Menuhin Festival String Academy, Chamberlab Montecastelli und IMS Prussia Cove teil und erhielt dort Unterricht u. a. bei Steven Isserlis, Ivan Monighetti, Gary Hoffman, Giovanni Antonini und Anner Bylsma. Joe ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker, der kürzlich beim Hamburger Kammermusikfestival, beim Hostelbro Festival, bei „Open Chamber Music“ des IMS Prussia Cove sowie als Mitglied des Festivalcampus beim Heidelberger Frühling 2025 und 2026 aufgetreten ist. Zudem wird er 2026 als Gastmitglied des inn.wien ensemble an den Meisterkursen der Verbier Festival Academy teilnehmen. Als Solist trat er im Vereinigten Königreich mit dem Orion Orchestra, dem Giovane Ensemble, dem Wandsworth Symphony Orchestra und dem Dorking Chamber Orchestra auf. In den letzten Jahren gab er zudem seine Konzertdebüts in der Philharmonie und im Konzerthaus Berlin mit der Capella Amadeus. Joe trat als Aushilfe mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Balthasar-Neumann-Ensemble auf und spielt regelmäßig mit dem O/Modernt Chamber Orchestra. Darüber hinaus ist er auch als Barockcellist tätig und Teil des „New Ensemblists“-Programms des Barockorchesters ARCANGELO in den Spielzeiten 2026–28. Er hat kürzlich sein Bachelorstudium bei Nicolas Altstaedt an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin abgeschlossen. Joe begeistert sich besonders für Improvisation, Volksmusik und Jazz und arrangiert gerne Werke für Streicher.

Foto: Sophie Williams