Oh, das schmeckt gut!

Dieses Projekt dreht sich ganz um den ausgezeichneten (musikalischen) Geschmack von Johannes Brahms. Die angeblich letzten Worte des großen Meisters, nachdem die Krankenschwester ihm ein Glas Wein überreicht hat, dienen uns als Konzerttitel: „Oh, das schmeckt gut!“. Neben einem Arrangement des Geistlichen Liedes stehen zwei seiner großen kammermusikalischen Meisterwerke im Fokus: das Streichsextett in G-Dur und das Klarinettenquintett in A-Dur. Dazu haben wir erstmalig zwei Gastmusiker eingeladen, mit uns zusammen zu spielen: Der Violist Miguel Erlich und die Klarinettistin Odile Ettelt. Das Streichsextett ist mit seiner ersten (und, laut Brahms, „letzten“) Liebe – Agathe von Siebold – eng verbunden. Die beiden verlobten sich 1859, aber Brahms brach die Beziehung bald ab, um eine langfristige Bindung zu vermeiden. Sie sahen sich nie wieder, beide litten lange Zeit unter den Folgen des emotionalen Umbruchs. Viele halten das Thema des ersten Satzes dieses Sextetts für ein Anagramm ihres Vornamens (AGAHE). Die Wurzeln gehen jedoch auf Skizzen zurück, die Brahms drei Jahre vor seiner Begegnung mit Agathe an Clara Schumann schickte. Im Jahr 1890, ein Jahr vor der Komposition des Klarinettenquintetts dachte Brahms eigentlich an den Ruhestand. Doch Anfang des folgenden Jahres reiste er zu einem Kunstfestival nach Meiningen und war von den Aufführungen des Klarinettenquintetts von Mozart durch den Klarinettisten Richard Mühlfeld so gefesselt, dass er diese Entscheidung in Frage zu stellen begann.


J. Brahms (1833-1897): Streichsextett Nr. 2 in G-Dur, Op. 36
I. Allegro non troppo
II. Scherzo. Allegro non troppo
III. Poco adagio
IV. Poco allegro

J. Brahms: Klarinettenquintett in h-Moll, Op. 115
I. Allegretto
II. Adagio
III. Andantino – Presto non assai, ma con sentimento
IV. Con moto (Thema mit Variationen)

J. Brahms: Geistliches Lied, Op. 30